Schulmaskottchen

GRUNDSCHULE
RUPPENDORF

Grundschule Ruppendorf

Konzeption 22.01.2019

Hort der Grundschule Ruppendorf
Freiberger Straße 18
01774 Klingenberg - OT Ruppendorf

Inhalt
1       Unser Hort stellt sich vor
     1.1   Wer und wo sind wir
     1.2   Unsere Räumlichkeiten
     1.3   Entstehung der offenen Arbeit
     1.4   Die Raumeinteilung
         1.4.1   Spielzimmer
         1.4.2   Bauzimmer
         1.4.3   Kreativzimmer
         1.4.4   Flur
     1.5   Außengelände
     1.6   Struktur der Kindergruppen
     1.7   Öffnungszeiten

2     Bildungsauftrag unserer Einrichtungen

     2.1   Sächsischer Bildungsplan
     2.2   Bild vom Kind
     2.3   Umsetzung in unserer Einrichtung - offene Hortarbeit

3     Pädagogische Arbeit

     3.1   Planung
     3.2   Ziele
         3.2.1   Kreativität
         3.2.2   Zeitmanagement
         3.2.3   Verantwortung
         3.2.4   Partizipation
         3.2.5   Beschwerderechte
         3.2.6   Freizeitgestaltung
         3.2.7   Hausaufgaben
         3.2.8   Sozialverhalten
     3.3   Zusammenarbeit mit den Eltern
     3.4   Beschwerdemanagement
         3.4.1   Für Eltern
         3.4.2   Für Erzieher
     3.5   Öffentlichkeitsarbeit
     3.6   Integration
     3.7   Weiterbildung

4    Konzeption der Zusammenarbeit Grundschule - Hort

1     Unser Hort stellt sich vor

     1.1   Wer und wo sind wir?

Wir sind der Hort der Grundschule Ruppendorf. Unser Träger ist die Gemeindeverwaltung Klingenberg. In der Gemeinde gibt es noch 6 weitere Kindereinrichtungen. Eine davon ist die Kindertagesstätte "Villa Kunterbunt", die im Ortsteil Ruppendorf gemeinsam mit der Grundschule und unserem Hort im Kinderhaus untergebracht ist. Unser Gebäude, die ehemalige Mittelschule, befindet sich auf der Freiberger Straße 18 in Ruppendorf. Das Objekt wurde 2006/2007 zum Kinderhaus umgebaut.
Die zu betreuenden Kinder wohnen in unserem Gemeindegebiet, in den Ferien besuchen manchmal auch Gastkinder unseren Hort.
Das Gebäude liegt eingebettet in ein saniertes Außengelände mit Pausenhof, Bolzplatz und Schulgarten im Zentrum Ruppendorf`s in ländlicher Umgebung und ist mit dem Linien- bzw. Schulbus gut zu erreichen. Für Eltern und Personal stehen Parkplätze am Schulgelände zur Verfügung.

1.2 Unsere Räumlichkeiten

Der Hort befindet sich im obersten Stockwerk des Kinderhauses und ist behindertengerecht mit Aufzug und einer Behindertentoilette aus-gestattet. Ein Computerkabinett, ein Klassenzimmer und zwei Toilettenräume befinden sich ebenfalls auf unserer Etage.

Für unsere Arbeit nutzen wir in der obersten Etage ein Spielzimmer, ein Bauzimmer, ein Kreativzimmer, ein Büro sowie den Flur. Unser Hausaufgabenzimmer dient der Schule vormittags als Klassenraum. Auf Grund der gestiegenen Kinderzahlen steht uns zusätzlich das Musikzimmer als Hortraum für den Nachmittag zur Verfügung.

Die beiden ersten Klassen sind im Erdgeschoß in ihren Klassenzimmern untergebracht, welche mit dem dazwischen liegenden Gang auch als Hortbereich genutzt werden. Die räumliche Trennung von den größeren Klassen erleichtert den Schulanfängern die Eingewöhnung und sorgt für die nötige Ruhe beim Mittagsschlaf im ersten Halbjahr.

1.3 Entstehung der offenen Arbeit

Als sich unsere Grundschule noch in Höckendorf im alten Gebäude befand (jetzige Gemeindeverwaltung), waren wir räumlich sehr eingeschränkt. Es gab nur ein Hortzimmer, was von der vierten Klasse sowie für den Frühhort und Spätdienst genutzt wurde. Ansonsten war jede Erzieherin mit ihrer Klasse im Klassenzimmer. Das bedeutete, Bauwerke und Bastelarbeiten mussten jeden Tag weggeräumt werden und es war oft eng. Die Kinder konnten schlecht altersgemischt spielen oder sich bei Problemen aus dem Weg gehen.

Durch die stark zunehmenden Schülerzahlen in den letzten Jahren platzte die alte Schule aus alle Nähten. Zuerst musste der Werkraum ausgelagert werden, dann sogar eine ganze Klasse. Die Chance auf Vergrößerung bot sich durch die geschlossene Mittelschule Ruppendorf. Die Gemeindeverwaltung ließ das Gebäude sanieren und führte Umbauarbeiten an Haus und Außengelände durch, so dass in den Winterferien 2007 der große Umzug stattfinden konnte. Grundschule und Hort konnten neue Räume beziehen, der Kindergarten Ruppendorf war aus der alten reparaturbedürftigen Villa schon ein halbes Jahr eher umgezogen.

Schon vor dem Umzug stand für uns Erzieherinnen fest, den neuen Hort nutzen wir für offene Arbeit.
Das bedeutet, es gibt keine herkömmlichen Hortgruppen in abgetrennten Räumen mehr, sondern die Kinder können sich jetzt in allen uns zur Verfügung stehenden Räumen frei bewegen.

Orientierung gibt uns sowie den Kindern unser eigens eingeführtes Klammersystem. Jede Klassenstufe hat auf dem Gang eine anders-farbige Klammerleiste, an der jedes Kind einen Platz für seine eigene, mit Namen beschriftete Klammer hat.
Außerdem wurde an jedem unserer Räume eine Sonne mit 18 Strahlen angebracht, an denen sich die Kinder bei Betreten eines Zimmers anklammern. So reguliert sich die Anzahl der Kinder in den Räumen. Weiterhin gibt es eine große Blume an der Wand mit 6 Blütenblättern, wo sich die Kinder anklammern, die gerade eine AG, die Christenlehre, die Bücherei oder die Musikschule besuchen. Durch dieses System haben wir, Kinder und Eltern immer den Überblick, wer sich gerade wo befindet oder den Hort schon verlassen hat.

1.4 Die Raumeinteilung

Bei der Einteilung der Räume sind ein Spielzimmer, ein Bauzimmer und ein Kreativzimmer entstanden. Außerdem steht uns ein Büro zur Verfügung, das auch als Aufenthaltsraum und für Dienstberatungen genutzt wird. Die Hausaufgaben erledigen die Kinder der 3. – 4. Klasse im Hausaufgabenzimmer auf unserer Etage. Dieser Raum wird vormittags als Klassenzimmer genutzt. Die 2. Klassen erledigen ihre Hausaufgaben im Klassenzimmer, wo sie getrennt von den größeren Schülern mehr Ruhe haben. Das Musikzimmer nutzen wir als zusätzlichen Hortraum zum Spielen, Tanzen, Tischtennis spielen.
Auf dem Gang befindet sich eine gemütliche Leseecke und mehrere Tische, die zum Vespern und Spielen dienen. Besonders stolz sind wir auf unser Ranzenregal, in dem alle Ranzen Platz finden und aufgeräumt sind. Die früher auf dem Gang stehenden Ranzen waren eine Unfallgefahr und nahmen viel Platz weg.
Die beiden 1. Klassen nutzen zwei Räume im Erdgeschoß als Klassenzimmer und für die Hortbetreuung am Nachmittag. Der dazwischen liegende Flur dient als zusätzliche Spielfläche. Dort befinden sich auch die Liegenregale und ein Tisch.

1.4.1 Spielzimmer

Im Spielzimmer trennt ein Regal, auf dem unser Aquarium steht, die Kuschelecke mit Couch und Teppich vom übrigen Zimmer. Dorthin ziehen sich die Kinder gern zurück, um zu lesen, zu spielen oder einfach auszuruhen. An allen Tischen können sie Karten-, Gesellschafts- oder Tischspiele spielen, puzzeln und malen. An der Wand hängt ein Netz, an dem Bilder angehängt werden können und an der Pinnwand ist gut sichtbar für alle der Geburtstagskalender angebracht. Besonders begehrt sind die beiden Computer, an denen die Kinder spielen dürfen, sich mit Lernsoftware beschäftigen oder im Internet surfen. Nach je 15 Minuten wechseln sie sich ab. Der Computer wird durch einen Paravent etwas vom Raum abgeschirmt, an dessen Rückseite sich eine Magnettafel und eine Tafel zum Malen befinden. Für Fantasie- und Rollenspiele nutzen die Kinder eine Verkleidungskiste mit Spiegel und Garderobenständer sowie viele Decken, um Buden zu bauen.

1.4.2 Bauzimmer

In unserem Bauzimmer gibt es weder Tische noch Stühle. Dafür steht den Kindern der ganze Fußboden mit Teppichbelag zur Verfügung. Unsere Kletterwand wird gern erklommen, zwei Turnmatten sorgen für den nötigen Fallschutz, werden aber ebenso zum Turnen, Radschlagen oder artistischen Vorführungen genutzt. In einer großen Kiste gibt es Tülltücher, Fühlsäckchen, verschiedenfarbige Pappscheiben, Decken und Massagebälle. Ein Balancierseil regt die Kinder zu immer neuen Spielideen an. Natürlich dürfen Bausteine in unterschiedlichen Größen und Ausführungen nicht fehlen. Besonders die großen Papp- Bausteine sind sehr beliebt. Auch Lego und verschiedene Steckmaterialien stehen zur Verfügung. Gern bauen die Kinder das aus dem Fernsehen bekannte „Domino-Day“ nach. Unser Tischfußballspiel findet dank der vielen vorhandenen Decken manchmal auch Verwendung als Unterschlupf oder Höhle. Ein zusammensteckbares Hüpfkästchen-Spiel aus Moosgummi lädt ebenso zum Bewegen ein wie Twister-Spiel, der Gymnastikball sowie das Trampolin.

Ein Regal dient als Raumteiler und  teilt das Zimmer in kleinere Bereiche ein, in denen sich automatisch Spielgruppen zusammen finden. Die Kinder können ihre Gebäude oder Buden immer bis freitags stehen lassen und ihre Spielidee so am nächsten Tag fortsetzen. Das Bauzimmer ist immer voll besetzt, weil es dem Bewegungsdrang der Kinder auch an Schlechtwettertagen genügend Ausgleich bietet und die Kinder genießen es, auf dem Fußboden zu agieren.

1.4.3 Kreativzimmer

Im Kreativzimmer stehen alle Materialien zur freien Verfügung, die die Kinder zum Basteln, Malen, Schneiden, Kleben und Konstruieren benötigen. So können die Kinder zum Beispiel eine Nähmaschine, eine Werkbank mit Werkzeug und Holz, geeignetes Mobiliar, verschiedenste Natur-materialien, Haushaltsutensilien, Zeichen- und Bastelwerkzeuge nutzen, die in diesem Zimmer ihren Platz haben. Besonders gern spielen sie in einem speziellen Sandkasten mit Fließsand. Ob Knete, Bunt- und Filzstifte, ob Pinsel, Ton und Modellierstäbchen – die Kinder probieren auch auf Anregung der Erzieherinnen aus und entwickeln neue Kreationen, ganz nach ihren Wünschen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Ihre Bilder und kreativen Werke können die Kinder auch in diesem Zimmer an ein Wandnetz anbringen oder an Leinen, die im Raum gespannt sind.

1.4.4 Flur

An den Flur grenzen alle Zimmer, sowie die Toiletten und der Aufzug. Da er groß und hell ist, eignet er sich bestens zum Spiel mit dem Ball, an der Tischtennisplatte oder mit den Rollbrettern. An den vorhandenen Tischen können die Kinder in Ruhe ihre Vesper einnehmen oder spielen und malen. Auch Tee und Tassen stehen auf dem Gang bereit sowie mehrere Behälter zur Mülltrennung. Gern ziehen sich die Kinder in die durch eine Wendebibliothek abgeschirmte Leseecke zurück. Dort liegen auch Fotoalben mit Bildern unserer Hort- Höhepunkte und ein Ordner mit Zeitungsausschnitten aus. Das Ranzenregal sorgt für Ordnung. Gegenüber des großen Ranzenregals befindet sich eine Infotafel, an der zum einen der Wochenplan für alle Kinder und Besucher ersichtlich ist und zum anderen wichtige Aushänge von anstehenden Veranstaltungen und die Protokolle des Kinderrates und der Kinderkonferenz zu finden sind. An einer Pinnwand neben der Bürotür halten wir für Kinder und Eltern aktuelle Informationen und den Speiseplan bereit.

1.5 Außengelände

Das Kinderhaus umgibt ein großzügig gestaltetes Außengelände mit Schulhof, Bolzplatz und Schulgarten. Das Außengelände des Kindergartens grenzt an den Schulhof an. Der sich dort befindende Rodelhang kann von uns im Winter genutzt werden.

Der Schulhof bietet den Kindern vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten. So stehen uns zum Beispiel eine Tischtennisplatte, eine Schaukel und ein großzügiges Klettergerüst mit Kletterwand, Kletternetz, Reckstange und Kletterstange zur Verfügung. Sehr gern spielen die Kinder im Sandkasten, welcher mit einem Sonnensegel überdacht ist. Weiterhin gibt es noch einen Balancierbalken und einen Basketballkorb. Zwei Weidenhütten dienen als Versteck und Sonnenschutz. Eine überdachte Sitzgelegenheit spendet ein wenig Schatten und lädt zum Verweilen ein.

In unseren beiden Geräteschuppen sind vielfältiges Spielzeug, Rasenski, Springseile, Reifen, Bälle, eine Schubkarre, Inlineskater und Decken untergebracht. An einem Schuppen wurde mittlerweile eine Tafel zum Bemalen mit Kreide angebracht. Auch auf dem asphaltierten Weg vor der Schule können die Kinder mit Kreide malen und mit den verschiedenen Fahrzeugen fahren. Besonders beliebt bei Jungen und auch Mädchen ist der Fußballplatz. Leider dürfen wir den Schulgarten nicht nutzen, da es momentan nur Beete für die Schulklassen gibt.
Für unseren Hort haben wir ein Hochbeet, die Kräuter und das Gemüse nutzen wir für unsere wöchentliche gemeinsame gesunde Vesper.

1.6 Struktur der Kindergruppen

In unserem Hort dürfen wir laut Betriebserlaubnis 130 Kinder aufnehmen, davon 3 Integrativkinder.

Der größte Teil der Hortkinder ist 5 Stunden angemeldet, die anderen Kinder nutzen den Hort 6 Stunden, also mit Frühhort. Selten bleiben Kinder nur bis zum Schulbus da bzw. nutzen nur den Frühhort, d.h. max. 5 Stunden pro Woche.

Bei uns arbeiten sieben qualifizierte Erzieherinnen in Teilzeit, davon eine mit „Heilpädagogischer Zusatzqualifikation“. Auch die Leiterin (BA Soziale Arbeit/ Sozialpädagogik) verfügt über eine HPZQ. Durch den „offenen Hort“ sind wir vom Prinzip „ein Raum, eine Gruppe, ein Erzieher“ weggekommen. Jetzt ist für jede Klassenstufe eine Erzieherin verantwortlich. Sie nimmt an Elternabenden teil und steht den Kindern und Eltern zur Seite.

Die in den Klassen 2 – 4 tätigen Erzieherinnen wechseln im Rotationsprinzip dreiwöchentlich die Zimmer, so dass jede Kollegin in jedem Zimmer zum Einsatz kommt und ihre Ideen und Stärken einbringen kann.

Eine Ausnahme bildet die Klassenstufe 1, die von 2 Bezugserzieherinnen betreut wird, da die Kinder in getrennten Räumen auf einer anderen Etage untergebracht sind. Sie halten im ersten Halbjahr noch Mittagsruhe und benötigen auch mehr Zeit bei der Bewältigung der alltäglichen Aufgaben sowie mehr Unterstützung bei den Hausaufgaben.

1.7 Öffnungszeiten

Während der Schulzeit ist unsere Einrichtung früh von 6:00 – 7:45 Uhr geöffnet. Vormittags kommen die ersten Kinder ab 11:10 Uhr aus dem Unterricht. Am Nachmittag schließt der Hort um 16:30 Uhr. Die dann noch anwesenden Kinder werden im Kindergarten in unserem Gebäude bis 17:00 Uhr betreut.

In den Ferien ist der Hort durchgehend von 6:00 – 16:30 Uhr (17:00 Uhr) geöffnet.


2 Bildungsauftrag unserer Einrichtung

2.1 Sächsischer Bildungsplan

Im Hort werden die Grundlagen für den Umgang mit der Zeit nach der Schule im späteren Schüleralter gelegt. Hier lernen die Mädchen und Jungen, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, mit Konflikten umzugehen, Freundschaften zu pflegen, sich zu beteiligen u.v.a.m..

Unser Hort orientiert sich am Sächsischen Bildungsplan und arbeitet nach dessen Grundsätzen. In alle Räumen und bei vielfältigen Gelegenheiten sind für unsere Kinder die im Bildungsplan benannten Bildungsbereiche erlebbar.

Diese sind:
 Soziale Bildung – vermittelt Werte, Weltanschauung, Demokratie
 Somatische Bildung – befasst sich mit Körper, Bewegung und Gesundheit
 Kommunikative Bildung – umfasst Sprache, Verständigung und Medien
 Ästhetische Bildung – Musik, Tanz, bildnerische Gestaltung
 Mathematische Bildung – Entwicklung von Zahlenverständnis, Messen, Wiegen, Vergleichen, Geometrie
 Naturwissenschaftliche Bildung – Inhalte aus Natur, Ökologie und Technik


2.2 Bild vom Kind

„Eigentlich braucht jedes Kind drei Dinge: Es braucht Aufgaben, an denen es wachsen kann, es braucht Vorbilder, an denen es sich orientieren kann und es braucht Gemeinschaften, in denen es sich aufgehoben fühlt.“
Prof. Dr. Gerald Hüther

„Das Kind ist Akteur und Konstrukteur seiner eigenen Entwicklung. Jedes Kind ist einzigartig und wird von uns als pädagogischen Fachkräften auch als solches wahrgenommen. Es unterscheidet sich durch seine jeweiligen Potentiale, Eigenschaften und Erfahrungen von anderen. Dabei erfährt es eine lebenslange Bildung im sozialen Kontext.“ (vgl. Sächsischer Bildungsplan)

Die Kinder, die unseren Hort besuchen, haben in ihrem bisherigen Leben bereits gelernt, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, zu erfüllen und gegebenenfalls aufzuschieben. In Schule und Hort geht das kindliche Spiel immer mehr einen zielgerichteten und fachlichen Lernprozess über.  

Unter Beachtung der Lebenswelt der Kinder fördern wir das Wohlbefinden, die Teilhabe, die Selbstwirksamkeit und das Zugehörigkeitsgefühl, damit die Kinder immer mehr Vertrauen in das eigene Handeln und so die Selbstständigkeit entwickeln.

2.3 Umsetzung in unserer Einrichtung – offene Hortarbeit

Unser Hort ist eine familienunterstützende und -begleitende Einrichtung. Unsere Aufgabe ist es Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder als eine Einheit zu sehen. Wir begleiten die uns anvertrauten Kinder bei ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten.
Durch vielfältigste innere und äußere Bedingungen bieten wir ihnen Unterstützung bei der Aneignung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie erhalten bei uns Möglichkeiten und Material, sich auszuprobieren und ihre Fähigkeiten selbst richtig einzuschätzen.

Durch unsere Arbeit als „offener Hort“ werden die Kinder besonders zur Übernahme von Eigenverantwortung angeregt, was langfristig zu mehr Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein führt. Sie lernen, ihre freie Zeit zu planen und Notwendigkeiten und Möglichkeiten in Einklang zu bringen.
Werte und Normen, wie Anerkennung der Leistung anderer, Achtung und Respekt vor materiellen Werten sowie Erwachsenen werden den Kindern vorgelebt und verdeutlicht.

Die Kinder lernen, mit Konfliktsituationen umzugehen und diese ihren Möglichkeiten entsprechend zu lösen. Sie erkennen eigene Fehler und lernen mit Meinungen und Standpunkten anderer Kinder und Erwachsener umzugehen.

Alle o. a. Bildungsbereiche werden bei uns in ihrer Vielfalt angesprochen, ob beim Fußball auf dem Bolzplatz oder Yoga zu Entspannung (somatische Bildung), Schach (mathematische B.), bei Tanz (ästhetische B.) oder dem Beobachten von Schnecken und anderem Getier (naturw. B.), um nur wenige Beispiele zu nennen.

3 Pädagogische Arbeit

3.1 Planung

Die Planung unserer pädagogischen Arbeit erfolgt in Teamsitzungen, die einmal wöchentlich stattfinden oder situationsbezogen im täglichen Ablauf. Hierbei geht es hauptsächlich um organisatorische Dinge, Fragen zur Dienstplangestaltung, Fortbildungsangebote, Fallbesprechungen einzelner Kinder oder Absprache zwischen Bereichen. In Teambesprechungen werden auch z. B. konzeptionelle Themen, Planung von jahreszeitlichen Höhepunkten oder Hort-AG, Zusammen-arbeit mit den Eltern, Konflikte zwischen Kolleginnen und Anschaffungen diskutiert.

Eine wertvolle Grundlage für die umfassende Planung unserer Arbeit stellt die Durchführung der Internen Evaluation nach QUAST (Nationale Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder) dar. Im Rahmen von QUAST wird für 13 vorgegebene pädagogische Handlungsfelder der Ist- Stand der Einrichtung analysiert, Handlungsbedarf ermittelt, Ziele formuliert und festgelegt.

Im Handlungsfeld „Handwerk und Technik“ entstand zum Beispiel im Herbst 2009 unsere Hort-AG. Hierzu sprachen wir kompetente Fachkräfte aus der Umgebung an, die dann mit unseren Kindern z. B. technische Experimente oder handwerkliche Arbeiten durchführen, die im normalen Hortalltag nicht zu bewältigen sind. Seit April 2011 ging diese Hort- AG fließend in eine Schach- AG über, die von einem unserer Opas wöchentlich ehrenamtlich durchgeführt wird und auf großes Interesse stößt. Geplant ist auch die Handwerks- AG wieder mit neuen Ideen zu beleben.

Angeregt durch das Handlungsfeld „Spiel, Sport, Bewegung“ wurden verstärkt Bewegungsspielzeuge und Fahrzeuge für drinnen und draußen angeschafft. Das bestehende Sortiment wird jedes Jahr mit sorgfältig ausgesuchten Spielgeräten ergänzt, z.B. mit einem Spielkreisel zum Reinsetzen, einer Boxsäule und verschiedenen Geschicklichkeitsspielen.

Der Blick in einige Brotdosen veranlasste uns dazu, einmal pro Woche gesunde Vesper anzubieten. Bei vielen Eltern und Kindern kam dieser Vorschlag sehr gut an.

Im Rahmen des Handlungsfeldes „Raumgestaltung“ erhielten einige Räume neue Farben, z. B. leuchtet unser ursprünglich hellblauer Gang jetzt freundlich orange. Auch an der Einrichtung wurde einiges verändert, die Leseecke auf dem Gang wurde durch eine Wendebibliothek etwas abgeschirmt und die Couchecke im Spielzimmer gewann durch einen Teppich deutlich an Gemütlichkeit (etc.).
Besonders wichtig ist für uns die gründliche Planung der Ferien, da hier viele Kinder ganztägig den Hort besuchen. Dies beinhaltet nicht nur die Erstellung der Dienstpläne mit Einarbeitung der Urlaubszeiten, sondern vor allem die Planung sämtlicher Unternehmungen. Wir planen in den großen Ferien in jeder Woche mindestens ein Highlight im Haus und einen Ausflug. Vor allem bei den Inhouse-Veranstaltungen achten wir auf kostengünstige (bzw. kostenfreie) Angebote, wie z. B. den ADAC-Fahrradparcours oder die FFW Ruppendorf, um die Eltern der Hortkinder finanziell nicht zu sehr in die Pflicht zu nehmen.

Oft sind wir in den Ferien in der Höckendorfer Heide und im Tierpark unterwegs oder erkunden in Ruppendorf die nähere Umgebung des Hortes.

3.2 Ziele

3.2.1 Kreativität

Die Kinder nutzen die angebotenen Möglichkeiten, um kreativ schöpferisch tätig zu sein. Sie sollen experimentieren und ausprobieren können. Durch üben, gegenseitige Hilfe und Hilfe durch Erwachsene werden sie sicherer im Umgang mit Materialien und Werkzeugen. Sie setzen sich selbständig Ziele und bemühen sich um deren Erreichung. Sie planen selbst die Zeit zur Fertigstellung. Die Angebote berücksichtigen gleichermaßen die Interessen von Mädchen und Jungen sowie alterstypische Besonderheiten.

3.2.2 Zeitmanagement

Sie erfahren wie notwendig es ist, die Zeit zwischen HA, AG, kreativem Spiel und Abholung bzw. Busabfahrt richtig einzuteilen und erinnern sich gegenseitig daran, damit nichts vergessen wird. Das Spiel am Computer wurde von uns auf täglich 15 min (in den Ferien 30 min) begrenzt. Auch hierbei lernen die Kinder, über das ihnen zur Verfügung stehende Zeitkontingent eigenverantwortlich zu verfügen und evtl. selbständig Vereinbarungen mit anderen Kindern auszuhandeln.

3.2.3 Verantwortung

Die Kinder sollen selbst entscheiden, wann und von wem sie sich Hilfe holen. Die Kinder lernen, Meinungen und Ideen anderer zu respektieren. Sie müssen begreifen, dass sie für ihr Handeln selbst verantwortlich sind. Sie erkennen und tragen die Konsequenzen ihres Verhaltens.

3.2.4 Partizipation

Um das Mitspracherecht der Kinder zu sichern, führen wir bei Bedarf eine Kinderkonferenz mit allen Hortkindern durch. Zwei Kinder aus jeder Klasse werden dazu in den Kinderrat gewählt, der sich einmal im Monat trifft um die Themen der jeweiligen Klassenkameraden zur Sprache zu bringen und gegebenenfalls eine Kinderkonferenz in Absprache mit den Erziehern einzuberufen.
Mitspracherecht haben alle Kinder unter anderem in folgenden Punkten:
- Ausflüge und Unternehmungen in den Ferien
- Raumgestaltung
- freie Zeiteinteilung während der Hortzeit
- selbstbestimmtes Handeln durch die offene Hortarbeit – Kinder entscheiden selbst, mit wem, wann, wo und was sie spielen

Die Kinder wünschten sich in der Kinderkonferenz einen Briefkasten, in den sie Wünsche, Anregungen und Kritik einwerfen können. Dieser steht ab sofort zur Verfügung.

3.2.5 Beschwerderechte

Die Mädchen und Jungen haben jederzeit die Möglichkeit sich mit ihren Problemen, Kritik, etc. an eine pädagogische Fachkraft zu wenden. Jedes Kind wird ernst genommen und die Anliegen werden mit den Betreffenden besprochen. Zudem gibt es einen Briefkasten in unserem Hort, in den die Kinder ihre Wünsche, Anregungen und auch Kritik einwerfen können. Der Briefkasten wird vom Kinderrat in regelmäßigen Abständen geöffnet und ausgewertet. Über die Kinderratsmitglieder können zusätzlich alle Probleme innerhalb des Kinderrates besprochen werden und in schwerwiegenden Fällen wird eine Kinderkonferenz einberufen.



3.2.6 Freizeitgestaltung

Die Kinder werden aufgefordert, aktiv an der Gestaltung ihrer Freizeit mitzuwirken und ihre Wünsche zu äußern (Kinderkonferenz, Briefkasten). Sie nutzen die angebotenen Räumlichkeiten, um vielfältige Interessen zu verwirklichen und nehmen ihr Mitspracherecht bei der Raumgestaltung wahr. Sie dürfen in eigener Verantwortung Spielzeug von zu Hause mitbringen, jedoch kein Kriegsspielzeug. Den Mittwoch haben wir zum „Spieletag“ ohne Computer erklärt. Hierbei spielen verstärkt wir Erzieherinnen mit den Kindern Spiele, die sie evtl. noch nicht kennen oder die Regeln erklärt werden müssen. Nach anfänglichem Murren über den ausgeschalteten PC nehmen sie unser Angebot jetzt sehr gern an.

Besonderen Wert legen wir auf viel Bewegung im Hortalltag. Durch vielfältiges Material, Spiel- und Sportgeräte innerhalb der Einrichtung und im Außengelände werden die Kinder zu verschiedensten sportlichen Aktivitäten angeregt. Im Bauzimmer z.B. gibt es eine Balancierscheibe und ein Trampolin. Auf dem Gang können sich die Kinder mit 2 Rollbrettern und mit 2 SkateKarts fortbewegen, Springseil springen, Dart spielen oder mit Hula hopp – Reifen üben. In jedem Zimmer ist ein Radiorekorder vorhanden.

Desweiteren bietet eine Kinderyogaübungsleiterin freitags Yoga-Kurse für unsere Hortkinder an. Ein Kurs beinhaltet jeweils 10 Unterrichtseinheiten und findet bei den Kindern großen Zuspruch.

3.2.7 Hausaufgaben

Unser Hausaufgabenzimmer ist montags bis donnerstags von 12:10 – 14:45 Uhr geöffnet und wird von den Kindern ausschließlich zur Erledigung ihrer schriftlichen HA genutzt. Berichtigungen werden zu Hause angefertigt. Freitags erledigen wir im Hort in Absprache mit der Schule keine HA. Wir stellen zwei Zimmer für die Hausaufgaben zur Verfügung, somit können die Kinder der zweiten Klassen getrennt ihre HA erledigen. Auch dadurch ist eine ruhigere Atmosphäre gewährleistet. Eine Erzieherin ist jeweils Ansprechpartner und gibt wenn nötig Hilfestellung. Wenn zeitlich möglich, kontrollieren wir die HA auf Richtigkeit und signieren diese. Das ist ein Angebot unseres Hortes. Nach § 17 SOGS obliegt die Vergabe und Kontrolle der HA dem Lehrer! Ist die HA zu umfangreich oder es gab mehrere Lösungsmöglichkeiten, vermerken wir darunter „ges.“, d. h. nicht auf Richtigkeit überprüft. Wurde eine HA nicht verstanden oder war zu umfangreich und konnte vom Kind nicht in angemessener Zeit bewältigt werden, kann das zum Abbruch führen. Angemessene Zeiten durch Konzentrationsfähigkeit jüngerer Schulkinder: Klasse 1: < 20 min, Klasse 2:< 30 min, Klasse 3: < 50 min, Klasse 4: < 60 min.

Im HA-Zimmer führen wir eine Anwesenheitsliste, um „Vergessliche“ an die Erledigung ihrer Arbeit erinnern zu können. Besuchen die Kinder Arbeitsgemeinschaften o. ä., bleibt evtl. keine Zeit mehr für HA, da wir ihnen auch die nötigen Freizeit- und Erholungsphasen nach dem Unterricht ermöglichen müssen.

Die Kinder haben Zugang zu verschiedenen Informationsmedien und werden zu deren Gebrauch angehalten und angeleitet (Lexika, Internet, Wörterbücher).


3.2.8 Sozialverhalten

Ansatzpunkte für die pädagogische Arbeit der Erzieherinnen sind die Beobachtungen der Kinder. Um die individuelle Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen, die Selbstbehauptung und soziale Verantwortung der Kinder zu fördern, ermutigen wir die Mädchen und Jungen, Fragen zu stellen und helfen ihnen bei der Findung eigener Zielstellungen und deren Verwirklichung. Wir unterstützen sie bei der Auseinandersetzung mit Anderen und dabei, eigene Entscheidungen und Urteile zu bilden. Es wird darauf geachtet, dass die Kinder freundschaftlich miteinander umgehen, sich gegenseitig zu achten und zu respektieren, Meinungen anderer anzuerkennen und für sich und andere Verantwortung übernehmen. Die Kinder erfahren unterschiedliche Kulturen, Religionen und die Integration Behinderter als Bereicherung. Sie bemühen sich, vielfältige Kontakte zu anderen Mädchen und Jungen zu knüpfen und mit ihnen gemeinsam zu arbeiten und Spaß zu haben. Sie wissen, dass das Zusammenleben mit anderen bestimmte Regeln erfordert, die entwickelt, akzeptiert und eingehalten werden müssen, die man aber auch gemeinsam verändern kann. Die Befähigung der Kinder zu Kritik und Selbstkritik ist uns wichtig.

Die Kinder werden zu einer gesundheitsbewussten Lebensweise angehalten. Wir fördern die Freude an der Natur, die Bereitschaft sorgsam mit Pflanzen und Tieren umzugehen und sich umweltfreundlich zu verhalten, z. B. Müll zu trennen und sparsam mit Materialien umzugehen.

3.3 Zusammenarbeit mit den Eltern

Da wir sehr viele Schüler haben, die regelmäßig mit dem Bus fahren, sehen wir manche Eltern selten. Schriftlich gestaltete Elterninformationen in Form von Flyern geben wir über die Kinder an die Eltern und so erhalten alle unsere Vorhaben und Neuigkeiten. In den Elternabenden, die wir gemeinsam mit der Schule durchführen, ist die Beteiligung immer hoch. Der Großteil der Eltern ist jedoch oft im Hort, um sich zu informieren und mit uns ins Gespräch zu kommen. Wir erhalten von Ihnen Hinweise zu verschiedenen Themen. Sie bieten uns ihre Hilfe und Unterstützung an. Zusätzlich gibt es in jeder Klassenstufe besonders engagierte Eltern, welche im Hortaktiv mitarbeiten. Sie sind für uns wichtige Ansprechpartner und interessieren sich sehr für unsere Arbeit. Zudem sind sie in der Vermittlerposition zwischen Eltern und Hort. Wir können immer auf Ihre Unterstützung zählen. Auch die Elternratsmitglieder der Schule erklärten sich bereit, als Übermittler für den Hort betreffende Anliegen zu fungieren.
Zum Vorbereitungselternabend der zukünftigen 1. Klassen ist die Hortleiterin anwesend, um den Eltern die Abläufe im Hort darzulegen, erste organisatorische Dinge zu klären und anstehende Fragen zu beantworten.

Seit einigen Jahren führen wir in der Adventzeit Bastelnachmittage für die Eltern / Großeltern mit ihren Kindern durch. Auch hier haben die Eltern die Gelegenheit, untereinander und mit uns ins Gespräch zu kommen und in unseren Fotoalben zu stöbern. Diese Nachmittage erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und sind immer sehr gut besucht.

Auch die mittlerweile regelmäßig stattfindenden Frühjahr- und Herbst- Flohmärkte sind bei Kindern und Eltern gleichermaßen beliebt.
Aller vier Jahre findet ein großes Hortabschlussfest statt, zu dem die Eltern herzlich eingeladen sind.

3.4 Beschwerdemanagement

3.4.1 Für Eltern

Jederzeit haben Eltern die Möglichkeit, persönlich, telefonisch oder in Schriftform, an uns als Erzieher, an die Leitung, den Träger oder die Elternratsmitglieder heranzutreten, um Probleme oder Kritik anzusprechen. Diese wird sehr ernst genommen und als Chance gesehen, die Qualität in unserem Hause zu verbessern. Zusätzlich haben die Eltern die Möglichkeit im Rahmen einer Elternbefragung, welche durch den Träger durchgeführt wird, ihre Anliegen und Wünsche zu äußern. Wird ein Einzelgespräch gewünscht, können die Eltern jederzeit einen Termin mit einer Erzieherin oder / und der Leiterin vereinbaren.

3.4.2 Für Erzieher

Die MitarbeiterInnen der Einrichtung haben die Möglichkeit, ihre Anliegen an die Leitung, den Träger und dem Personalrat heranzutragen.

3.5 Öffentlichkeitsarbeit

Wir verstehen unter Öffentlichkeitsarbeit die Präsenz und Präsentation unseres Hortes im Gemeindegefüge, um unsere Arbeit für alle transparent zu gestalten.

Dazu nutzen wir verschiedene Möglichkeiten, wie z. B. regelmäßige Berichte in der „Gemeindeinformation“ über Höhepunkte im Hortleben oder unsere Ferienunternehmungen. Des Weiteren sind wir auf der Website der Grundschule verlinkt, wo auch unsere Konzeption veröffentlicht ist. Wir können auch den Schaukasten im Eingangsbereich der Schule für unsere Informationen nutzen.

Im Rahmen unserer Qualitätsinitiative laden wir uns handwerklich begabte Personen aus der Gemeinde ein, um mit unseren Kindern AG’s zu gestalten. In den Ferien besucht uns z. B. die Ruppendorfer Feuerwehr, ein Erlebnis für die Kinder und eine Möglichkeit für die FFW, die Kinder für ihre Arbeit zu begeistern.

Zu unseren großen Hortabschlussfesten unterstützen uns Gewerbetreibende der Gemeinde mit Sach- oder Geldspenden.

3.6 Integration

Integration ist bei uns seit vielen Jahren fester Bestandteil der Hortarbeit.

Seit dem Umzug ins Ruppendorfer Kinderhaus sind auch die räumlichen Gegebenheiten mit Fahrstuhl, breiten Gängen und behindertengerechter Toilette optimal. Zum Sondieren steht uns das Arztzimmer zur Verfügung und es wurde eine Mikrowelle gekauft, um speziell mitgebrachte Nahrung erwärmen zu können. Zur Erfüllung der personellen Voraussetzungen absolvierten zwei Mitarbeiterinnen eine Heil-pädagogische Zusatzqualifikation.

Momentan ist einer unserer drei Integrativplätze vergeben.

Unsere Integrativkinder werden von uns in vielerlei Hinsicht unterstützt, um unbeeinträchtigt am Alltag in Schule und Hort teilnehmen zu können. So begleiten wir sie bei Bedarf zum Schwimm- bzw. Sportunterricht und gehen zu Wanderungen und Ausflügen der Schule mit. Für Integrativkinder wurden spezielle Hippel-Stühle angeschafft, die ihnen auch am Nachmittag ermüdungsfreies, bewegtes Sitzen ermöglichen.

Die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch zwischen den Lehrern, Eltern und den Erzieherinnen sind sehr eng und fruchtbar. Auftauchende kleinere Probleme konnten immer kurzfristig gelöst werden.

Das Verständnis und die Hilfsbereitschaft der Hortkinder gegenüber unseren Integrativkindern sind sehr groß und selbstverständlich. Wir alle erleben sie als Bereicherung und sie profitieren davon, eine Regelschule mit Hort besuchen zu können.

3.7 Weiterbildung

Alle Mitarbeiterinnen des Hortes nehmen mehrmals jährlich an Weiterbildungen zu von ihnen ausgewählten Themen teil und informieren die anderen Teammitglieder in Dienstberatungen über deren Inhalte. Auch das „Curriculum zur Umsetzung des Bildungsauftrages in Kindertageseinrichtungen“ wurde von allen Kolleginnen erfolgreich absolviert. Alle zwei Jahre frischen wir turnusmäßig unsere Kenntnisse zur Ersten Hilfe am Kind auf, indem wir Ersthelfer-Lehrgänge besuchen. Von der Leiterin und den Kolleginnen werden regelmäßig die von der Fachberaterin moderierten Arbeitskreise besucht, um mit Mitarbeitern anderer Einrichtungen ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen.
Die Leiterin des Hortes Frau Zimmermann absolvierte das Studium zum Bachelor Soziale Arbeit / Sozialpädagogik.



4 Konzeption zur Zusammenarbeit
zwischen der Grundschule und dem Hort Ruppendorf

4.1 Kooperationsvereinbarung Grundschule Hort

Schule und Hort haben die Aufgabe, Grundschüler im Sinne der Gesetze und Werte unseres Landes zu bilden und zu erziehen. Trotz unterschiedlicher und spezifischer Aufträge und Vorgehensweisen ist es das Ziel, dass sich beide Einrichtungen in ihrer Arbeit gegenseitig unterstützen und sinnvoll ergänzen. Da in Ruppendorf Grundschule und Hort in einem Gebäude untergebracht sind, erstreckt sich die Zusammenarbeit nicht nur auf Bildung und Erziehung, sondern auch auf das Miteinander im Schulhaus.

Folgende Festlegungen sollen helfen, die Zusammenarbeit klar zu strukturieren, effektiv und zum Wohle aller Beteiligten zu gestalten:

 Hortleiterin und Schulleiter planen jeweils zum Ende eines Schuljahres die wichtigsten inhaltlichen und organisatorischen Maßnahmen, die für beide Einrichtungen im kommenden Schuljahr von Bedeutung sind.
 Einmal monatlich treffen sich Hortleiterin und Schulleiter, um aktuelle Probleme zu diskutieren, bei Bedarf auch kurzfristig.
 In der Vorbereitungswoche besprechen Klassenlehrerinnen und Fachlehrer mit den Erzieherinnen die Zusammenarbeit in ihrer Klassenstufe.

Schwerpunkte könnten sein:
- Absprachen zur Hausaufgabenerteilung und –betreuung einschließlich Rückmeldung durch die Erzieherin
- Gegenseitige Hilfe und Unterstützung bei besonderen Vorhaben
- Regeln bei gemeinsamer Raumnutzung
- Gegenseitiges Informationssystem

 In der Vorbereitungswoche und bei Bedarf nimmt die Hortleiterin an Dienstberatungen der Schule teil. Der Schulleiter besucht bei Bedarf die Dienstberatung des Hortes.


Weitere Festlegungen:

 Die gemeinsam erarbeitete Hausordnung gilt für die Schul- und Hortzeit der Kinder und wird von allen Kollegen durchgesetzt.

 Maßnahmen und Übungen zum Katastrophenschutz werden miteinander abgesprochen. Einmal im Jahr findet eine gemeinsame Übung statt.

 HA-Betreuung: Die Erzieherinnen achten darauf, dass möglichst alle Hortkinder ihre HA im Hort erledigen (wenn es der Tagesablauf der Kinder zulässt) und dass die zur Verfügung stehende HA-Zeit effektiv genutzt wird. Sie geben leichte Hilfestellungen, achten auf Sauberkeit bei der Arbeit und informieren die Lehrer über beobachtete Auffälligkeiten.

 Die Erzieherinnen übernehmen nach dem Stundenklingeln bei Bedarf die Aufsicht über die restlichen Essenkinder.
 Der Hort unterstützt im Rahmen seiner Möglichkeiten die Schule bei der Ausgestaltung besonderer Vorhaben, z. B. Kinderfest, Sportfest o. ä..

Die Schule bietet unter gleichen Voraussetzungen ihre Hilfe bei der Kinderbetreuung in besonderen Situationen, z. B. vorzeitiger Unterrichtsschluss oder Unwetter, an.

 Schule und Hort informieren sich rechtzeitig über wesentliche Veränderungen ihrer inhaltlichen und organisatorischen Arbeit.

 Die Hortkinder der Klasse 1 können am Nachmittag in Absprache mit den Lehrern die PC der Schule zu pädagogisch sinnvoller Freizeitgestaltung nutzen.

 Hort und Schule nutzen gemeinsam den Außenschaukasten für ihre Öffentlichkeitsarbeit.

 Auf der Homepage der Schule erhält der Hort weiterhin die Möglichkeit zur Eigenpräsentation.


5 Ausblick

Bis zur erstmaligen Fertigstellung einer Konzeption besteht ein langer Weg. Viele Dinge müssen überlegt, recherchiert, diskutiert und niedergeschrieben werden. Aber das ist nicht die Endfassung. Im Laufe der Zeit verändern sich Strukturen, Denk- und Handlungsweisen, die eine Überarbeitung unabdingbar machen.

Unsere Konzeption stellt kein starres Dokument dar, sondern unterliegt der stetigen Veränderung. Sie dient uns als Pädagogen als Arbeitsgrundlage und ist zudem fester Bestandteil der Betreuungsverträge mit den Eltern und bietet ihnen somit Orientierung. Angeregt durch Teambeschlüsse, Vorgaben des Jugendamtes, Hinweise von Eltern, der Schule oder anderen an der Betreuung der Kinder beteiligten Personen, findet ein Veränderungsprozess statt, der uns unsere Konzeption fortwährend überarbeiten lässt.